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Hintergrund

Immer Ärger mit dem Lölsberger Steg

Eine Geschichte aus der Overather Geschichte

Von © Eberhardt Dommer, Overath

Erschienen zum 950jährigen Stadtjubiläum im Overather Mitteilungsblatt  KW 23/2014


Ab 1890 geschah in Overath etwas Ungeheuerliches, etwas, das nach heutiger Vorstellung eigentlich nicht in die “gute alte Zeit“ passt: der vom Verschönerungsverein gebaute Lölsberger Steg wurde mehrfach mutwillig beschädigt.
Von Bürgermeister Noever erging daraufhin eine Warnung, in der er auf das Strafgesetzbuch hinwies, welches Sachbeschädigung mit bis zu zwei Jahren Gefängnis ahndete. Auch mussten die Lehrer Köhler und Schneider aus Overath die Schüler verwarnen, aber die Täter waren nicht zu ermitteln.
1895 führte der Stellmacher Hürholz eine Reparatur und technische Untersuchung durch und stellte fest, dass die „Brücke baldmöglichst einer größeren Reparatur unterzogen werden müsse, weil die Balken theils vermodert seien…“. Hier darf der geneigte Leser wohl auf versäumte Instandhaltung tippen.
Die Brücke war zu einer viel genutzten Einrichtung geworden und musste Instand gehalten werden. Aber der Verschönerungsverein sah sich als kleiner Verein dazu nicht in der Lage, und der Gemeinderat sperrte sich, die Brücke in das Inventar zu übernehmen.


laengsschnitt

 

Nachdem im März 1897 Bürgermeister Jacob Noever an einem Schlaganfall gestorben war, amtierte in Overath jetzt Christian Simons als Bürgermeister. Dieser sah sich ebenfalls genötigt wegen erneuter Beschädigungen mit dem Strafgesetzbuch zu drohen.

Aber er richtete auch an die Bürger die dringende Bitte, auf die Erhaltung der geschaffenen Anlagen bedacht zu sein und ihm die „Frevler unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen“, wobei er die Anonymität der Anzeigenden zusicherte. Dieses wurde in Overath und Marialinden von der Kanzel verkündet – aber auch diese geistliche Amtshilfe blieb ohne Erfolg.


Schließlich bewilligte der Gemeinderat einen kleineren Geldbetrag zur Reparatur der Brücke, aber das genügte dem vorausschauenden Bürgermeister Simons nicht. Er erklärte, dass es mit einer kleinen Reparatur nicht getan sei und meinte, „ein ordentlicher eiserner Oberbau“ müsse geschaffen werden. Dann rief zu einer Sammlungsaktion auf, nicht ohne nochmals mit der polizeilichen Sperrung zu drohen.
Doch die Sammlung erbrachte nicht den erhofften Betrag - nur 400 Mark kamen zusammen. Aber Simons ließ nicht locker und bat 1900 in einem weiteren Aufruf „um namhafte Beihülfen, da ich sonst zu meinem lebhaften Bedauern die Brücke sperren muß.“


Doch auch diese Drohung half nicht, die Overather waren zu finanziellen Beiträgen nicht bereit, und die wirklich Interessierten konnten wohl nicht genug aufbringen. Also ließ Simons kraft seiner Polizeigewalt die Brücke 1901 sperren.

Wiederholt sich die Geschichte? In Overath anscheinend ja: denn im November 2012 – also nach 111 Jahren - musste Bürgermeister Heider den Lölsberger Steg ebenfalls sperren – genau wie auch damals wegen Baufälligkeit – verursacht durch Baufehler und versäumte Instandhaltung.


Die Geschichte von 1900 ging dann so weiter: Unter dem Druck der Sperrung der Brücke erteilte der Gemeinderat schließlich den Auftrag zu einer Reparatur und Verlängerung der Brücke, und das trotz bestehender Schulden der Gemeinde.

Der Overather „Installateur“ Hubert Vogel – das war ein Allround-Schlosser und Schmied – gewann den Auftrag gegen zwei Overather Konkurrenten und erledigte die Arbeiten bis zum Herbst 1902.

Betrübliches Ende der Geschichte: die Kosten betrugen schlussendlich mehr als das Doppelte des ursprünglichen Angebotes – auch das passiert heute noch genau so.

 


Wie wird die aktuelle Geschichte des Lölsberger Steges weitergehen?

Der Heimat- und Bürgerverein Overath hat sich dieser Sache angenommen und will die Brücke reaktivieren, aber ohne die tatkräftige und finanzielle Unterstützung durch Bürger und Sponsoren wird das Werk nicht gelingen.

 

Darum:                -helfen Sie mit

                            -beteiligen Sie sich an kleineren Arbeiten

                            -werden Sie Mitglied im Heimat- und Bürgerverein

                                               und….

                            -beteiligen Sie sich finanziell

Bei Spenden ab 50 € werden Spendenquittungen ausgestellt.

VR Bank Bergisch Gladbach: IBAN : DE12 3706 2600 0001 141023 BIC : GENODED 1PAF
Kreissparkasse Köln: IBAN : DE88 3705 0299 0325 5529 45 BIC : COKSDE 33XXX

 

 

Heimat- und Bürgerverein Overath

edo 04/2015